Leistungen bei Vollzeitpflege

Monatliche Pflegegeldleistung


Die Auszahlung des Pflegegeldes an die Pflegeeltern gem. §§ 27, 33 und 39 SGBVIII erfolgt in Form von Pauschalbeträgen, die durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung festgelegt werden. Das Pflegegeld unterteilt sich in Kosten für den Sachaufwand und Kosten für die Pflege und Erziehung und ist nach Altersgruppen gestaffelt.

Zurzeit sind die Pauschalbeträge wie folgt festgesetzt:

Kinder von 0-6 Jahren:
Kosten für den Sachaufwand: 508
Kosten für die Pflege und Erziehung: 237
Gesamt: 745

Kinder von 6-12 Jahren:
Kosten für den Sachaufwand: 589
Kosten für die Pflege und Erziehung: 237
Gesamt: 826

Kinder von 12-18 Jahren:
Kosten für den Sachaufwand: 676
Kosten für die Pflege und Erziehung: 237
Gesamt: 913


Die Pauschalbeträge umfassen den gesamten wiederkehrenden Lebensbedarf (z.B.  Kosten für Ernährung, Unterkunft, Bekleidung, Hausrat, Körper- und Gesundheitspflege, Bildung, Taschengeld, Fahrtkosten etc.). Zu beachten ist, dass gem. § 39 Abs. 6 SGB VIII eine Anrechnung des Kindergeldes erfolgt. Handelt es sich bei dem Pflegegeld um das älteste Kind im Haushalt, wird die Hälfte des Kindergeldes angerechnet, ansonsten ermäßigt sich der Anrechnungsbetrag um eine Viertel. Die Auszahlung des Pflegegeldes erfolgt monatlich im Voraus.
   

Mögliche Beihilfen und Zuschüsse

(die Gewährung orientiert sich am Einzelfall)

Seitens des Landesamtes für Jugend und Soziales wurde in Zusammenarbeit mit den Jugendämtern Empfehlungen zur Gewährung einmaliger Beihilfen und Zuschüsse erarbeitet.
Sie dienen der einheitlichen Anwendung zur Regelung des zusätzlichen Bedarfes eines Pflegekindes im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung gemäß § 33 KJHG (Vollzeitpflege).

Folgende Beihilfen können im Einzelfall gewährt werden:

  • Erstausstattung
  • Leistungen bei wichtigen persönlichen und besonderen Anlässen, z.B. Kommunion/Konfirmation
  • Weihnachtsbeihilfe
  • Kosten von Klassenfahrten, Urlaubs –und Ferienreisen
  • Leistungen für Schul- und Berufsausbildung
  • Leistungen zur besonderen pädagogischen Förderung
Alle Beihilfen und Zuschüsse werden nur auf vorherigen Antrag gewährt.


Allgemeine Informationen zu Kindergeld, Krankenversicherung und Haftpflichtversicherung


Bundeskindergeld


Pflegeeltern sind berechtigt, Kindergeld zu beantragen; eine entsprechende Bescheinigung finden Sie anbei.

Nach dem Bundeskindergeldgesetz werden Pflegekinder bei der Zahlung von Kindergeld berücksichtigt, wenn sie mit den Berechtigten durch ein familienähnliches, auf längere Dauer angelegtes Band verbunden sind und in deren Haushalt aufgenommen wurden.


Gesetzliche Krankenversicherung


Im Regelfall bleiben Kinder die sich in Vollzeitpflege befinden über ihre leiblichen Eltern krankenversichert
Sollte dies nicht möglich sein, so besteht auch die Möglichkeit, Pflegekinder im Rahmen der Familienversicherung bei den Pflegeeltern mitzuversichern.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, dass Pflegekinder über das Jugendamt Krankenhilfe erhalten (§ 40 KJHG), diese Krankenhilfe orientiert sich an den Vorschriften des SGB XII.

Im Einzelfall kann auch das Jugendamt die Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung übernehmen, soweit sie angemessen sind.


Haftpflichtversicherung


Pflegekinder sind in der Regel bei der Haftpflichtversicherung ihrer Pflegeeltern mitversichert. Durch die Haftpflichtversicherung sind Schäden abgedeckt, die Dritten zugefügt wurden.
Wir empfehlen Ihnen, sich vor Aufnahme eines Kindes bei Ihrer Haftpflichtversicherung zu erkundigen, welche Schden, die u.U. durch das Pflegekind verursacht werden, abgesichert sind.
Ein Ausschlusskriterium kann das Alter des Kindes sein: Hat das Kind das siebte Lebensjahr noch nicht vollendet und liegt keine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Pflegeeltern vor, so ist davon auszugehen, dass der Geschädigte keine Leistung durch die Versicherung erhält.
Die Stadtverwaltung Koblenz hat eine Haftpflichtversicherung, diese tritt jedoch nur nachrangig ein.


Altersvorsorge und Unfallversicherung


Der hauptsächlich betreuenden Pflegeperson werden die nachgewiesenen, hälftigen Kosten zur Alterssicherung bis zur Höhe eines Pauschbetrages von 40 € monatlich erstattet. Zusätzlich werden die nachgewiesenen  Aufwendungen für Beiträge zur Unfallversicherung in Höhe von maximal 136 € pro Jahr übernommen. Eine Versicherungspflicht zur gesetzlichen Unfallversicherung besteht erst bei Pflegeeltern die mehr als 6 Kinder betreuen.


Elterngeld und Elternzeit


Für Kinder, die auf der Grundlage des Kinder- und Jugendrechts (SGB VIII) in Pflegefamilien leben, kann kein Elterngeld bezogen werden.

Bei der Adoption eines Kindes oder der Aufnahme eines Kindes in Vollzeit- oder Adoptionspflege kann Elternzeit in Anspruch genommen werden. Näheres wird im Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit geregelt.
Für interessierte Koblenzerinnen und Koblenzer stehen wir für persönliche Beratung zur Verfügung:

0261/129 2303

0261/129 2315